Die Minipille gehört zu den hormonellen Verhütungsmitteln. Während es sich bei der „klassischen“ Antibabypille um ein Kombinationspräparat aus Östrogen und Gestagen handelt, enthält die Minipille ausschließlich Gestagen (Gelbkörperhormon).
Durch die Wirkung des Gelbkörperhormons bleibt der Schleim, der den Gebärmutterhals verschließt dickflüssig und dadurch schwer passierbar für Samenzellen. Die Samenzellen können folglich nicht in die Gebärmutter, um eine Eizelle zu befruchten. Außerdem unterdrückt die Minipille sehr wirksam den Eisprung und sorgt dafür, dass sich die Schleimhaut in der Gebärmutterhöhle nicht hoch aufbaut. Im sehr unwahrscheinlichen Fall der Befruchtung kann sich die Eizelle so nur schlecht in die Schleimhaut einnisten.
Aufgrund dieser dreifachen Wirkung verfügt die östrogenfreie Minipille über eine ähnlich hohe Sicherheit wie die Antibabypille mit einer Östrogen-Gestagen-Kombination.
Die Minipille bietet einen guten Schutz vor Empfängnis, der auf Wunsch jederzeit beendet werden kann. Meist kommt es zu einer Abnahme der Stärke der Menstruationsblutung und Regelschmerzen.
Da diese Pillen keine Östrogene enthalten entfallen auch die damit verbundenen Nebenwirkungen.
Zu den Nebenwirkungen der Minipille gehören gerade zu Beginn der Einnahme relativ häufig Zwischenblutungen, die zwar unbedenklich sind, von vielen Frauen aber als sehr lästig empfunden werden.
Manchmal verzögert sich die Monatsblutung oder bleibt gänzlich aus.
Im Laufe der Zeit führt die Minipille zu weniger häufigen und weniger starken Blutungen.
Wem wird eine Minipille verordnet?
Grundsätzlich erhebt Frau Dr. Helmy-Bader vor jeder Verschreibung von hormonalen Verhütungsmitteln (Pille, Verhütungsring, Pflaster, Spritze, Implantat, Hormonspirale), insbesondere vor der Erstverschreibung, eine ausführliche Eigen- und Familienanamnese und bewertet eventuell vorhandene Risikofaktoren, z.B. Thrombophilie, Lebererkrankungen, Fettstoffwechselstörungen, Rauchen, Übergewicht, Anorexie, Leistungssport, Hypertonie. Frau Dr. Helmy-Bader verschreibt die Minipille vor Allem den Frauen, die hormonell verhüten wollen, die allerdings keine Östrogene vertragen oder diese aufgrund von Gegenanzeigen (zB Raucherinnen, erhöhtes Thromboserisiko,…) anwenden sollten.
Die Minipille eignet sich auch als Verhütungsmittel in der Stillzeit, da die in die Muttermilch übergehende Gestagenmenge so gering ist , dass sie dem Kind nach heutigem Erkenntnisstand nicht schadet.
Auch kann die Minipille dann verschrieben werden, wenn die Frau den Östrogenanteil der Antibabypille nicht vertragen hat und beispielsweise mit Kopfschmerzen oder Wassereinlagerungen und Gewichtszunahme reagiert hat.
Anwendung der Minipille:
Anders als Kombinationspräparate werden Minipillen ohne Unterbrechung eingenommen. Das heißt, die bei der Pille häufig gemachte Einnahmepause von einigen Tagen im Monat gibt es bei der Minipille nicht.
Die Einnahme bei den heute erhältlichen östrogenfreien Pillen muß nicht, wie früher üblich, genau um die gleiche Uhrzeit erfolgen. So wie bei den Östrogen und Gestagen enthaltenden Antibabypillen kann die Einnahme der Pille um bis zu zwölf Stunden verschoben werden, ohne dass der Schutz beeinträchtigt wird.
